Ausstellung "Frauen am Bau" im Museum für Baukultur BurgenlandAm Bau sehen wir meist mehr Männer als Frauen. Das war nicht immer so. Von den zahlreichen „Mörtelfrauen“ vor hundert Jahren bis zur wachsenden Zahl von Architektinnen, Ingenieurinnen und Facharbeiterinnen von heute hat sich die Rolle der Frauen in der Baubranche stark gewandelt.
Die Sichtbarkeit von Frauen im Baugewerbe hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert – und doch bleiben viele Aspekte ihrer Geschichte im Verborgenen.
Besonders die sogenannten „Mörtelfrauen“, die bis in die 1950er Jahre harte körperliche Arbeit auf Baustellen verrichteten, sind heute fast vergessen. Das MUBA – Museum für Baukultur im burgenländischen Neutal, einem historisch eng mit der Bauindustrie verbundenen Ort, griff dieses Thema auf und formulierte den Wunsch nach einer Ausstellung, die die Rolle von Frauen in der Baubranche sichtbar macht und historisch einordnet.
Am Beginn standen intensive Interviews mit vier Frauen die zwischen 1950 und der Gegenwart im Baugewerbe arbeiteten oder arbeiten.
Darauf aufbauend entwickelten wir drei exemplarische Charaktere, deren Lebensgeschichten stellvertretend für die Erfahrungen von Frauen in unterschiedlichen Epochen stehen. Diese werden durch Illustrationen und erzählerische Texte lebendig gemacht und mit ausgewählten Exponaten sowie historischen Fotografien ergänzt.
DI Dipl.-Ing (FH) Ing. Sonja Biricz, Bmstr. Zmstr.
DI Carla Schiller
Leopoldine Grabner
Dipl.Ing. Bmstr. Hannelore-Ursula Horak
Interaktive Mitmachstationen laden Besucherinnen und Besucher dazu ein, selbst aktiv zu werden und sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen.
Ergänzend produzierten wir eine Kurzdokumentation, die persönliche Einblicke und zusätzliche Perspektiven bietet.
Das Ergebnis ist eine abwechslungsreiche und visuell ansprechende Ausstellung, die durch ihre narrative Struktur einen niederschwelligen Zugang ermöglicht. Ein gestalteter Außenbereich erweitert die Ausstellung räumlich und schafft zusätzliche Anknüpfungspunkte. Besonders für Schulklassen bereiteten wir das Angebot attraktiv auf, unter anderem durch eine Fotostation, die zur spielerischen Auseinandersetzung einlädt.
Film “Arbeit im Wandel”
Der Dokumentarfilm erzählt von zwei Frauen, deren Berufsleben Generationen trennen. Während Leopoldine Grabner (94) einst als Mörtelfrau arbeitete, plant Carla Schiller (31) heute als Diplom ingenieurin Bauprojekte. Ein filmischer Blick auf Veränderungen, Herausforderungenund weibliche Stärke.
Ein Film von Bruno Kratochvil
Bildgestaltung: Bernhard Schlick
Musik: Reino Glutberg
Recherche: Elke Ferderbar
Konzept: Lenz Mosbacher
(12 Minuten) 2025
Interaktive Stationen
Berufsorakel
Bei der interaktiven Berufsorakel-Installation werden die Besucher:innen dazu eigeladen sich einen Bauberuf prophezeien zu lassen. Dafür legt man seinen Finger auf den Sensor, wonach das Orakel erst überlegt – ist das Orakel zu einem Entschluss gekommen, wird der entsprechende Beruf durch ein Licht hervorgehoben.
Kurzd0kumentation
Ergänzend zu den Geschichten wurde eine Kurzdokumentation gedreht, die persönliche Einblicke und zusätzliche Perspektiven bietet.
Perspektivenwechsel
Viele Alltagsfloskeln wirken unauffällig, doch beim Vertauschen der Geschlechter zeigen sie deutliche stereotype und sexistische Vorurteile—vor allem gegenüber Frauen. Die Perspektivenwechsel-Postkarten liegen zur freien Entnahme in der Ausstellung auf.
Fotostation
Auch eine Fotostation ist Teil der Ausstellung – mit Blick auf ein sechs Meter breites, illustriertes Panorama von Neutal.
Hörstation
Während "unsere” Frauen am Bau und deren berufliche Laufbahn vorgestellt wird kann man die Lieder “Die Frau am Bau”, “Mörtelfrauen” und “Stein auf Stein” anhören.
Mitmachstation
Im Außenbereich des Museums lädt eine Mitmachstation ein, Mörteleimer mit einem Kopfkranz entlang eines Parcours zu tragen.
Ausstellungskatalog
Ein Ausstellungskatalog versammelt die Inhalte der Ausstellung und funktioniert als alleinstehende Publikation über die Entwicklung der Rolle der Frau im Baugewerbe in Österreich.
Das Team
Künstlerische Leitung und Illustrationen: Lenz Mosbacher
Ausstellungsgestaltung, Grafikdesign, Produktion: Monika Ernst
Kuratierung: Elke Ferderbar
Texte: Lenz Mosbacher und Elke Ferderbar, Fotos: Zoe Opratko, Holzverarbeitung: Spirit Builders, Interaction-Design: Philipp Rezanka, Lektorat: Barbara Tobler, Ausstellungsaufbau und Objekthandling: Friedrich Wagner, Christian Putz und das MUBA Team, Druck: PerfectCut, Schlosserarbeiten: Firma Pauschenwein, Film: Bruno Kratochvil, Kamera: Bernhard Schlick